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Research · Marktanalyse

Zinsmärkte im Euroraum: Leitzins, Renditen, Einlagenzinsen

Diese Marktanalyse dokumentiert den Zinsstand im Euroraum und in Deutschland zum 06.10.2026. Sie stellt EZB-Leitzinsen, Renditen aktueller Bundeswertpapiere, neue Haushalts-Termineinlagen und Inflation nebeneinander. Die Reihen haben unterschiedliche Frequenzen und Abgrenzungen. Sie werden daher nicht zu einer einheitlichen Rendite- oder Realzinszahl verdichtet.

Datenzeitraum: Leitzinsreihe 18.09.2019–16.09.2026; Bundesrendite 2019–06.10.2026; Haushalts-Neugeschäftszins 12/2021–08/2026; Inflation 09/2026, vorläufig; Datenstand 06.10.2026.. Methode: Verwendet werden Primärreihen der EZB und Deutschen Bundesbank sowie amtliche Inflationsangaben von Destatis. Die Reihen werden in ihrer Originalfrequenz dokumentiert: Leitzinssatzänderungen, tägliche Bundesrenditen und monatliche volumen-gewichtete Neugeschäftszinsen. Kalenderjahresmittel der zehnjährigen Rendite stammen aus der geprüften Datengrundlage und sind als arithmetische Mittel täglicher Beobachtungen ausgewiesen.

Auf einen Blick

Kernaussagen

  • Die EZB-Einlagefazilität beträgt seit dem 16.09.2026 2,50 % p.a.; der Hauptrefinanzierungssatz liegt seit demselben Tag bei 2,65 % p.a.
  • Die ausgewählte Ereignisreihe der Einlagefazilität reicht von −0,50 % p.a. ab 18.09.2019 bis 4,00 % p.a. ab 20.09.2023 und 2,50 % p.a. ab 16.09.2026.
  • Am 06.10.2026 lag die Rendite der aktuellen zweijährigen Bundesobligation bei 3,08 % p.a. und die der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe bei 3,45 % p.a.
  • Das Kalenderjahresmittel der täglichen Renditen der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe lag 2019 bei −0,2129 % p.a. und 2025 bei 2,6356 % p.a.; der letzte Tageswert lag bei 3,45 % p.a.
  • Der volumen-gewichtete Neugeschäftszins für Haushalts-Einlagen mit vereinbarter Laufzeit bis ein Jahr betrug im August 2026 vorläufig 2,28 % p.a.
  • Die deutsche VPI-Inflationsrate betrug im September 2026 vorläufig 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat; wegen abweichender Perioden wird kein Realzins aus den Reihen berechnet.

Welche Zinsgrößen vergleicht diese Analyse?

Die Analyse unterscheidet drei Ebenen: den von der EZB festgesetzten Einlagefazilitätssatz, am Kapitalmarkt beobachtete Renditen aktueller Bundeswertpapiere und von deutschen Banken im Neugeschäft vereinbarte Einlagenzinsen. Sie messen nicht dasselbe. Leitzinsen sind geldpolitische Sätze, Anleiherenditen Marktpreise und Einlagenzinsen Bankkonditionen für neue Verträge.

Die EZB erklärt, dass Änderungen ihrer offiziellen Zinssätze Geldmarktsätze direkt sowie Kredit- und Einlagenzinsen mittelbar beeinflussen. Längere Zinsen hängen außerdem teilweise von Erwartungen über den künftigen Pfad kurzer Sätze ab.

Die Bundesbankreihe SUD102 erfasst volumen-gewichtete neue Vereinbarungen eines Monats. Sie beschreibt damit weder einen einheitlichen Marktpreis noch die Verzinsung aller bestehenden Haushaltsguthaben.

Grenzen dieser Aussage

  • Unterschiedliche Frequenzen und Bezugsgruppen verhindern einen direkten Niveauvergleich als gleichartige Rendite.
  • Die Daten bilden Beobachtungen ab und enthalten keine Aussage über künftige Zinssätze.

Wie hoch sind die aktuellen EZB-Leitzinsen?

Seit dem 16.09.2026 beträgt der Zinssatz der EZB-Einlagefazilität 2,50 % p.a.; der Satz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte liegt bei 2,65 % p.a. Die EZB beschloss beide Sätze am 10.09.2026. Die Einlagefazilität betrifft die verzinste Übernachtanlage von Banken beim Eurosystem und ist kein Haushaltseinlagenzins.

Die EZB erhöhte am 10.09.2026 ihre drei Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. Die neuen Sätze gelten seit dem 16.09.2026.

Für die Markteinordnung ist die Funktion wichtig: Der Einlagefazilitätssatz ist ein Instrument der Geldpolitik. Bankkonditionen und Anleiherenditen können davon abweichen, weil sie zusätzliche Faktoren berücksichtigen.

Daten zu dieser Frage mit Quelle und Stichtag
KennzahlWertZeitraumQuelle
EZB-Zinssatz der EinlagefazilitätVon der EZB beschlossener Satz, wirksam ab 16.09.2026.2,50 % p.a.seit 16.09.2026; Stand 06.10.2026Europäische Zentralbank (EZB), Monetary policy decisionsAbruf 10.09.2026
EZB-Zinssatz der HauptrefinanzierungsgeschäfteVon der EZB beschlossener Satz, wirksam ab 16.09.2026.2,65 % p.a.seit 16.09.2026; Stand 06.10.2026Europäische Zentralbank (EZB), Monetary policy decisionsAbruf 10.09.2026

Grenzen dieser Aussage

  • Der Einlagefazilitätssatz ist kein Angebotssatz für private Haushalte.
  • Ein Leitzinsbeschluss legt keinen künftigen Verlauf der Marktrenditen fest.

Wie hat sich die Einlagefazilität seit 2019 verändert?

Die historische Ereignisreihe zeigt einen Wechsel von negativen zu positiven Sätzen und danach mehrere Richtungswechsel. Die Einlagefazilität lag ab 18.09.2019 bei −0,50 % p.a., erreichte ab 20.09.2023 4,00 % p.a. und stand ab 16.09.2026 bei 2,50 % p.a. Zwischen Änderungen gilt jeweils der beschlossene Satz.

Die Reihe enthält ausschließlich wirksame Satzänderungen. Sie ist deshalb keine Monats- oder Jahresdurchschnittsreihe und verbindet die aufgeführten Datenpunkte nicht mit einer linearen Entwicklung.

Die Veränderung des Leitzinses zeigt die geldpolitische Ebene. Für die Einordnung von Haushaltszinsen und Renditen sind zusätzlich Zeitverzug, Laufzeit und jeweilige Marktbedingungen relevant.

Grenzen dieser Aussage

  • Aus dem historischen Satzpfad folgt keine Erwartung für die nächste Entscheidung.
  • Ein Vergleich mit Monatsdaten für Einlagen erfordert die jeweilige Datierung.

Wie stehen kurze und längere Bundesrenditen zueinander?

Am 06.10.2026 lag die Rendite der aktuellen zweijährigen Bundesobligation bei 3,08 % p.a. und die der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe bei 3,45 % p.a. Beide Werte sind tägliche Renditen konkreter aktueller Bundeswertpapiere. Sie markieren Laufzeitpunkte am Kapitalmarkt und sind keine Festgeldkonditionen oder standardisierten Nullkuponrenditen.

Die Bundesbank beschreibt die Zinsstruktur als Zusammenhang zwischen Zinssätzen und Laufzeiten ausfallfreier Nullkuponanleihen. Ihre Zinsstrukturwerte werden aus beobachteten Renditen umlaufender Kuponanleihen geschätzt.

Der Abstand der beiden beobachteten Renditen beträgt am Stichtag 0,37 Prozentpunkte. Diese Differenz ist eine eigene Berechnung aus zwei Tageswerten und keine Aussage zur künftigen Zinsstruktur.

Daten zu dieser Frage mit Quelle und Stichtag
KennzahlWertZeitraumQuelle
Rendite der aktuellen zweijährigen BundesobligationTageswert der jeweils aktuellen zweijährigen Bundesobligation.3,08 % p.a.06.10.2026Deutsche Bundesbank, tägliche Rendite der aktuellen zweijährigen BundesobligationAbruf 06.10.2026
Rendite der aktuellen zehnjährigen BundesanleiheTageswert der jeweils aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe.3,45 % p.a.06.10.2026Deutsche Bundesbank, tägliche Rendite der aktuellen zehnjährigen BundesanleiheAbruf 06.10.2026

Grenzen dieser Aussage

  • Die aktuellen Papiere können sich im Zeitablauf ändern; die Reihe folgt jeweils dem aktuellen Referenzpapier.
  • Tagesrenditen sind Marktbeobachtungen und keine Zusagen für künftige Erträge.

Was zeigt die Renditereihe der zehnjährigen Bundesanleihe?

Die ausgewählte Reihe der zehnjährigen Bundesanleihe dokumentiert deutliche Niveauwechsel. Das Kalenderjahresmittel lag 2019 bei −0,2129 % p.a., 2023 bei 2,4633 % p.a. und 2025 bei 2,6356 % p.a. Der letzte verfügbare Tageswert betrug am 06.10.2026 3,45 % p.a. Jahresmittel und Tageswert sind getrennt zu lesen.

Die Jahreswerte wurden in der geprüften Datengrundlage als arithmetische Mittel täglicher Bundesbank-Beobachtungen zusammengestellt. Der letzte Punkt bleibt dagegen ein einzelner Tageswert der zugrunde liegenden Reihe.

Renditen aktueller Bundesanleihen enthalten Marktinformationen zu Laufzeit und Bewertung am jeweiligen Tag. Sie dürfen nicht mit dem Kupon eines bestimmten Papiers oder mit einem Einlagenzins gleichgesetzt werden.

Grenzen dieser Aussage

  • Das Jahresmittel ist keine amtlich separat veröffentlichte Jahresrendite.
  • Die Zeitreihe erlaubt keine Kausalzuordnung einzelner Bewegungen.

Wie entwickelten sich neue Haushalts-Termineinlagen?

Der effektive Zinssatz deutscher Banken für neue Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit bis ein Jahr betrug im August 2026 2,28 % p.a. Die Reihe hatte im Dezember 2023 bei 3,37 % p.a. gelegen und im Dezember 2025 bei 1,79 % p.a. Der Augustwert ist vorläufig.

Die Bundesbank definiert Neugeschäft als die im Berichtsmonat neu abgeschlossenen Vereinbarungen. Die Kennzahl ist volumen-gewichtet und beschreibt daher keinen einzelnen Angebotszins und keinen Durchschnitt aller bestehenden Verträge.

Die ausgewählten Dezemberwerte und der letzte Monatswert dienen der zeitlichen Einordnung. Sie sind keine Aussage über die Kondition eines bestimmten Instituts oder eine bestimmte Laufzeit innerhalb der Sammelkategorie.

Daten zu dieser Frage mit Quelle und Stichtag
KennzahlWertZeitraumQuelle
Effektiver Zinssatz deutscher Banken: Neugeschäft, Einlagen privater Haushalte mit vereinbarter Laufzeit bis ein JahrMonatswert; in der Reihe als vorläufig markiert.2,28 % p.a.08/2026Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik SUD102Abruf 06.10.2026

Grenzen dieser Aussage

  • Der Monatswert deckt nur Neugeschäft mit Laufzeit bis ein Jahr ab.
  • Der vorläufige Wert kann revidiert werden.

Wie ist die Kaufkraftperspektive einzuordnen?

Die deutsche Inflationsrate nach Verbraucherpreisindex lag im September 2026 vorläufig bei 3,3 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Sie liegt zeitlich und methodisch nicht auf derselben Basis wie der Augustwert der Haushalts-Neugeschäftszinsen oder ein Anleihe-Tageswert. Ein abgeleiteter Realzins wäre deshalb aus diesen drei Beobachtungen nicht belastbar.

Nominalzinsen und Inflationsraten beantworten verschiedene Fragen: Der Zins bezieht sich auf einen Vertrag oder einen Marktpreis, die Inflationsrate auf die Veränderung eines Preisindex gegenüber einer Vergleichsperiode.

Für eine belastbare Realzinsbetrachtung müssten Laufzeit, Zeitraum, Indexdefinition, Kosten und steuerliche Behandlung konsistent abgegrenzt werden. Die Analyse dokumentiert stattdessen die Quellenwerte getrennt.

Daten zu dieser Frage mit Quelle und Stichtag
KennzahlWertZeitraumQuelle
Inflationsrate Deutschland, Verbraucherpreisindex gegenüber VorjahresmonatVorläufiger VPI-Wert; finale Ergebnisse waren für 13.10.2026 angekündigt.3,3 %09/2026Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung 348/2026Abruf 30.09.2026

Grenzen dieser Aussage

  • Der VPI-Wert ist vorläufig und kein individueller Warenkorb.
  • Eine Subtraktion von Zins- und Inflationswerten unterschiedlicher Perioden wäre methodisch nicht gleichartig.

Welche Grenzen haben die dargestellten Daten für Entscheidungen?

Die Daten erfassen unterschiedliche Märkte und Zeitpunkte. Der Leitzins ist ein beschlossener Satz, Bundesrenditen sind tägliche Marktwerte, Haushaltszinsen Monatswerte aus Neugeschäft und die September-Inflation ist vorläufig. Für Wertpapiere kommen Kurs-, Bonitäts- und Liquiditätsrisiken hinzu. Datensätze ersetzen keine Prüfung konkreter Bedingungen oder Risiken.

Die BaFin weist darauf hin, dass sich bei Anleihen Kurse mit dem allgemeinen Marktzins verändern können. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten können Kapital und vereinbarte Zinszahlungen teilweise oder vollständig ausfallen; einzelne Anleihen lassen sich zudem unter Umständen nur eingeschränkt verkaufen.

Diese Analyse vermeidet daher Rangfolgen zwischen den Reihen. Sie stellt messbare Größen gegenüber und macht ihre Abgrenzung transparent, ohne daraus eine Handlungsvorgabe abzuleiten.

Grenzen dieser Aussage

  • Vergangenheitsdaten sind keine Prognose und keine individuelle Beratung.
  • Die Risiken einer konkreten Schuldverschreibung ergeben sich auch aus ihren Bedingungen, Rang und Emittent.

Daten

Datenreihen mit Quelle und Stichtag

EZB-Einlagefazilität: ausgewählte wirksame Satzänderungen

-0,861,754,362019-09-182023-09-202026-09-16
Einheit: Prozent p.a. · Frequenz: unregelmäßig, wirksame Satzänderungen · Quelle: Europäische Zentralbank (EZB), Key ECB interest rates (Abruf 06.10.2026)
Datentabelle anzeigen (5 Werte)
EZB-Einlagefazilität: ausgewählte wirksame Satzänderungen – alle Werte
ZeitraumWert (Prozent p.a.)
2019-09-18-0,5
2022-07-270
2023-09-204
2025-06-112
2026-09-162,5

Aktuelle zehnjährige Bundesanleihe: ausgewählte Kalenderjahresmittel und letzter Tageswert

-0,611,573,75201920222026-10-06
Einheit: Prozent p.a. · Frequenz: jährlich, arithmetisches Mittel täglicher Beobachtungen; letzter Punkt täglich · Quelle: Deutsche Bundesbank, tägliche Rendite der aktuellen zehnjährigen Bundesanleihe (Abruf 06.10.2026)
Datentabelle anzeigen (6 Werte)
Aktuelle zehnjährige Bundesanleihe: ausgewählte Kalenderjahresmittel und letzter Tageswert – alle Werte
ZeitraumWert (Prozent p.a.)
2019-0,21
2021-0,31
20221,19
20232,46
20252,64
2026-10-063,45

Deutschland: Neugeschäftszins für Haushalts-Einlagen bis ein Jahr

-0,351,653,652021-122023-122026-08
Einheit: Prozent p.a. · Frequenz: monatlich, ausgewählte Dezemberwerte und letzter Monatswert · Quelle: Deutsche Bundesbank, MFI-Zinsstatistik SUD102 (Abruf 06.10.2026)
Datentabelle anzeigen (6 Werte)
Deutschland: Neugeschäftszins für Haushalts-Einlagen bis ein Jahr – alle Werte
ZeitraumWert (Prozent p.a.)
2021-12-0,07
2022-121,53
2023-123,37
2024-122,48
2025-121,79
2026-082,28

Investment Report

Ausführliche Fassung als PDF

PDF · 16 Seiten · 275 KB

Linden Interest Strategy Investment Report

Leitzinsen, Renditen, Einlagenzinsen und Inflation im Euroraum

Version 1.0 · Oktober 2026 · Datenstand 06.10.2026

EZB, Deutsche Bundesbank, Eurostat, Bundesfinanzagentur und weitere Primärquellen.

Für diesen Marktbereich gibt es derzeit keine Linden-Anleihe.

Fragen

Häufige Fragen zu diesem Thema

Warum folgt der Einlagenzins nicht eins zu eins dem EZB-Leitzins?

Die EZB beeinflusst Geldmarktsätze direkt, Einlagenzinsen aber mittelbar. Banken legen ihre Kundensätze selbst fest und berücksichtigen unter anderem Laufzeit, Refinanzierung und Wettbewerb. Der Bundesbankwert misst außerdem nur neu vereinbarte Einlagen eines Monats, nicht die Konditionen aller Bestandsverträge.

Ist die Rendite einer Bundesanleihe ihr Kupon?

Nein. Der Kupon ist ein in den Anleihebedingungen festgelegter Zahlungsstrom. Die Rendite berücksichtigt den aktuellen Marktpreis, verbleibende Zahlungen und die Restlaufzeit. Daher kann sich die Rendite täglich verändern, obwohl der Kupon eines bereits ausgegebenen Papiers unverändert bleibt.

Was zeigt eine steigende Zinsstruktur?

Eine steigende Zinsstruktur bedeutet zunächst nur, dass die beobachtete Verzinsung bei längeren Laufzeiten über derjenigen bei kürzeren Laufzeiten liegt. Sie kann Erwartungen, Inflationserwartungen und Risikobewertungen widerspiegeln. Sie ist keine Zusage für künftige Zinsbewegungen oder Einlagenkonditionen.

Warum wird kein Realzins ausgewiesen?

Die verfügbaren Größen haben unterschiedliche Zeitbezüge: Die Bundesrendite ist ein Tageswert, der Haushaltszins ein Monatswert und die Inflationsrate ein Vorjahresvergleich eines Monats. Ohne zeitlich und methodisch passende Bezugsgrößen wäre eine einfache Differenz keine belastbare Realzinskennzahl.

Kann der Preis einer Anleihe vor der Fälligkeit fallen?

Ja. Nach Angaben der BaFin kann ein steigendes allgemeines Zinsniveau den Wert einer Schuldverschreibung mindern. Auch Änderungen der Bonität oder eine eingeschränkte Handelbarkeit können den Verkaufspreis beeinflussen. Der Preis bei einem Verkauf vor Fälligkeit ist vom dann geltenden Marktumfeld abhängig.